DAK-Psychreport 2025: 342 AU-Tage je 100 Versicherte — ein historischer Höchststand
Der DAK-Psychreport 2025 ist da — und er übertrifft alle bisherigen Negativrekorde. 342 Arbeitsunfähigkeitstage je 100 Versicherte allein durch psychische Diagnosen: Das sind reale betriebswirtschaftliche Kosten, die Unternehmen jeder Größe spüren.
Die wichtigsten Zahlen des DAK-Psychreports 2025
Für den DAK-Psychreport 2025 hat das IGES Institut die Daten von rund 2,4 Millionen erwerbstätigen DAK-Versicherten ausgewertet. Das Ergebnis ist ein neuer Höchststand bei psychisch bedingten Fehlzeiten — ein Trend, der sich seit Jahren ankündigt und nun eine neue Dimension erreicht hat.
342AU-Tage je 100 Versicherte (2024)
182,6AU-Tage nur durch Depressionen
+50%Anstieg seit 2019
Depressionen bleiben mit 182,6 AU-Tagen je 100 Versicherte die häufigste psychische Diagnose — nahezu unverändert zum Vorjahr, was zeigt, dass sich das Niveau auf einem dauerhaft hohen Plateau stabilisiert hat. Belastungsreaktionen und Anpassungsstörungen verzeichneten hingegen mit einem Anstieg von 2,7 Prozent einen leichten Zuwachs.
Welche Branchen sind besonders betroffen?
Die Branchenanalyse des Psychreports zeigt massive Unterschiede. Mit Abstand am stärksten betroffen ist das Gesundheitswesen, wo 2024 auf 100 Versicherte 476 AU-Tage entfielen — rund 40 Prozent über dem Gesamtdurchschnitt. In der öffentlichen Verwaltung lagen die Werte bei 402 AU-Tagen. Diese Zahlen sind keine Abstrakta: Sie bedeuten, dass in einer Pflegeeinrichtung mit 50 Mitarbeitenden rechnerisch 238 Fehltage allein durch psychische Erkrankungen anfallen.
Die Kosten für Unternehmen — eine nüchterne Rechnung
Eine psychisch bedingte Krankschreibung dauert im Schnitt 33 bis 40 Tage — fast doppelt so lang wie bei körperlichen Erkrankungen. Bei einem konservativen Ansatz von 400 Euro Kosten pro Fehltag (Entgeltfortzahlung plus Produktivitätsausfall) entstehen pro Fall Kosten von 13.200 bis 16.000 Euro. Bei einer Betroffenenquote von sieben Prozent — die der Report für 2024 ausweist — fallen in einem Betrieb mit 100 Mitarbeitenden statistisch sieben solcher Fälle pro Jahr an: ein direkter Kostenfaktor von über 90.000 Euro.
Präventive Wirkung: Wer die Psych GB konsequent umsetzt und Belastungsfaktoren abbaut, reduziert das Erkrankungsrisiko nachweislich. Studien zeigen durchschnittliche Fehlzeitenreduktionen von 25 bis 35 Prozent nach strukturierten BGM-Programmen.
Was der Psych-Report für KMU bedeutet
KMU fehlen oft die Ressourcen und das Fachwissen, um auf die Daten des DAK-Reports zu reagieren. Dabei zeigen die Zahlen: Gerade in Branchen mit hohem Personaldruck — Pflege, Logistik, soziale Arbeit — ist betriebliches Handeln keine Kür, sondern wirtschaftliche Notwendigkeit. Die Kombination aus Psych GB, zielgerichteten BGF-Maßnahmen und Krankenkassenförderung bietet auch kleinen Betrieben einen realistischen Weg zur Fehlzeitenreduktion.
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